Flexibilität und ausgeprägte Innovationskraft bildeten von Anfang an die Basis, um in einem Nischenmarkt erfolgreich zu sein. Diese Prinzipien sind auch heute noch sehr stark in der Unternehmenskultur verankert.

Die Saite macht die Musik. Die Vielfalt und die Schönheit der Klangfarben hängen einerseits von den unterschiedlichen Kernmaterialien ab, andererseits von der gewählten Materialkombination für die Umspinnung.

Dr. Franz Thomastik beschäftigte sich schon vor Beginn des Ersten Weltkrieges mit der Erforschung von Materialien, die für die Entwicklung von Streich­instrument-Saiten in Frage kamen. Die Wahl fiel auf Stahldrähte. Die große noch ungelöste Aufgabe war, eine innovative Verarbeitungstech­nolo­gie zu finden, um zum einen das Material für den Einsatz auf Streich­instrumenten verwendbar zu machen, und zum anderen den „Stahl“ über seinen damaligen Ruf als minderwertiges Ersatzprodukt für Darmsaiten hinauszuheben.

Die Initialzündung für den Aufstieg des Unter­nehmens war also die Entwicklung einer Fertigungs­technologie, mit der eine Stahlsaite hergestellt werden konnte. Innerhalb der Musikwelt begann damit eine Revolution. Die Darmsaite bekam ernst zu nehmende Konkurrenz. Die neuen Saiten konnten durch hohe Qualität im Klang, Präzision und Verlässlichkeit überzeugen. Für den Musiker bedeutete dies vor allem Stimmstabilität und eine lange Lebensdauer der Saite.

Die vielleicht entscheidende Innovation, die bis heute signifikant zum Unternehmenserfolg beiträgt, ist eine Saite mit synthetischem Kernmaterial und Bandumspinnung. Dieses Produkt – die Dominant-Saite – ist bis heute die wohl weltweit führende Violinsaite.
Für den Erfolg waren aus technischer Sicht die Kombination von neuen Materialien und die dazu notwendige Verarbeitungstechnologie entscheidend. Hinzu kam noch die außergewöhnlich hohe Akzep­tanz der Produkte durch die Konsumenten.

Saiten für Streichinstrumente sind heutzutage High-Tech-Produkte. Neueste Materialien wie Kunst­stoffe aus der Weltraumtechnik oder biokompatible Werkstoffe wie Titan werden im Herstellungs­pro­zess verarbeitet. Beispielsweise lässt sich das klassische Verhalten einer Saite mit synthetischem Kern für die Dauer ihres Lebenszyklus gezielt beeinflussen. Maschinen mit Hochpräzisionstechnik sind für einen herausragenden Qualitätsstandard unerlässlich.

Grundlagenforschung, ein eigenes Entwicklungs­labor und ein Team hoch spezialisierter Techniker garantieren die höchsten Standards. Über das vollendete Klangerlebnis hingegen entscheidet letztlich der Musiker, dessen Rückmeldungen für den Entwicklungsprozess von essentieller Bedeutung sind.