Klassische Moderne und amerikanische Pop-art

Jim Dine


„Jim Dine sagte in den sechziger Jahren: Die Landschaft um uns herum beginnt uns einzuschließen. Man muß etwas dagegen tun. In Salzburg, in fast allen Himmelsrichtungen umgeben von Bergmassiven, muß er dieses Gefühl des Eingeschlossenseins besonders intensiv empfunden haben. Er hat das Gefühl, einem mächtigen, unausweichlichen Motiv ausgeliefert, ihm gegenüber zu sein, in immer neuen Anläufen beschworen, in Bildern und Gouachen-Mischtechniken mit Kohle, Kreide, Pastell und Acryl auf Papier. Der Untersberg wird behandelt wie eine gewaltige Skulptur."
(Wieland Schmied)

 

Jim Dine wurde am 16. Juni 1935 in Cincinnati, Ohio, geboren. Seine Ausbildung erhielt er zwischen 1954 und 1958 an der Universität Cincinnati, der Boston Museum School und der Ohio Universität in Athen.

1958 übersiedelte er nach New York und lehrte an der Rhodes School. Gemeinsam mit Claes Oldenburg und Marc Ratliff gründete er die Judson Gallery. Von 1960 an wurde seine Arbeit von dem Erscheinen auf der internationalen Kunstszene im Umkreis der entstehenden Pop-art geprägt.

1962 traf er Ileana Sonnabend, die eine Einzelausstellung seiner Bilder in Rom organisierte. Das war der Beginn einer 14jährigen Zusammenarbeit mit Sonnabend, die Ausstellungen in Paris im Zweijahresrhythmus einschloß.

1964 waren Werke von Jim Dine im US-Pavillon der Biennale Venedig vertreten. Zwischen 1966 und 1967 stellte er im Stedlijk-Museum in Amsterdam aus und übersiedelte mit seiner Familie nach London. Im selben Jahr zeigte das Museum of Modern Art in New York seinen Bühnenbild- und Kostümentwurf für den „Sommernachtstraum".

1967 war er auf der documenta IV in Kassel vertreten. Inspiriert durch Kontakte zu Dichtern der „New York School" beginnt er, Gedichte zu schreiben.

1970 fand die erste Retrospektive im Whitney Museum of American Art in New York statt. Ein Jahr später übersiedelte Dine mit seiner Familie nach Vermont.

1975 begann er mit jahrelangen intensiven figürlichen Zeichnungen, häufig mit seiner Frau Nancy als Modell. Im Centre des Arts Plastiques Contemporains in Bordeaux fand eine Einzelausstellung statt.

1977 zeigte die Pace Gallery in New York die erste Einzelausstellung mit Bademantel-Bildern und figürlichen Zeichnungen. Er verwendete erstmals die „Venus von Milo" als Gipsfigur in einem Stilleben. In diesem Jahr ist er auch auf der documenta VI in Kassel vertreten.

Ein Jahr später folgte eine Ausstellung seiner Radierungen im Museum of Modern Art in New York.

1980 wurde er zum Mitglied der American Academy and Institute of Arts and Letters ernannt.

1985 übersiedelte er wieder nach New York. Von 1986 bis 1987 tourte eine Wanderausstellung von der Pace Gallery in New York aus unter anderem auch nach Tokio in die Fuji Television Gallery.

1989 zeigte die Albertina in Wien „Jim Dine: Youth and the Maiden and Related Works". Zu seinen wichtigsten Ausstellungen zählte eine Retrospektive im Museum of Modern Art in New York.

1992 wurde Dine mit dem Pyramid Atlantic Award of Distinction in Washington ausgezeichnet. Im Jahr darauf präsentierte der Louvre in Paris seine Arbeit „Black Venus" im Rahmen der Ausstellung „Copier créer de Turner à Picasso, 300 oeuvres inspirées par les maitres du Louvre".

1993 lehrte er erstmals an der Internationalen Sommerakademie der Bildenden Künste in Salzburg und begann mit einer Serie von Zeichnungen des Untersbergs. Seither kommt Dine jährlich nach Österreich, um an der Sommerakademie zu unterrichten.

Two old bathers, 1993

Radierung, teilweise coloriert 135 x 130 cm

 

Ausstellung im Internet Jim Dine Ivan Generalic Max Walter Svanberg Andy Warhol Rainer Wölzl