Wenn Träume wahr werden
Peter Infeld

 

Ist Sammeln Traum oder Realität? Was unterscheidet einen Sammler von einem Aktionär an der Börse? Sind Bilder an der Wand Aktien oder ist eine Fünftausendschillingnote ein Kunstwerk? Dies sind Gedanken nach 33 Jahren Sammlertätigkeit.

Diese Ausstellung soll vor allem eines zeigen: was man mit relativ bescheidenen Mitteln, mit dem Mut zum Risiko in jeder Hinsicht und der Geduld seiner Mitmenschen erreichen kann. Meine Mutter und ich sind beim Aufbau einer eigenwilligen Sammlung einen sehr unkonventionellen Weg gegangen, der nicht immer leicht war, der aber auf der anderen Seite unvergeßliche Begegnungen mit Künstlern und Galeristen und die damit verbundenen herausragenden Erlebnisse möglich gemacht hat.

Über all das zu berichten, würde den Rahmen dieses Vorwortes sprengen. Mir fehlt meine Mutter mehr denn je, denn sie hat mir in meiner Jugend die Augen für das Schöne in Literatur, Musik und bildender Kunst geöffnet. Dieses Wissen und ihre angeborene Sensibilität hatten sie dennoch nie verleitet, Kunstwerke zu kaufen. So war es dann der Kontrapunkt unseres Lebens, einerseits diese ihre Einstellung zu überwinden und andererseits meiner eigenen Risikobereitschaft, zu kaufen, Rechnung zu tragen.

Aus diesem scheinbaren Widerspruch und Zwiespalt hat sich unsere Sammlung über 33 Jahre entwickelt, die für meine Mutter und mich immer unser Kind war, jeder Kritik gegenüber offen, die sich aber dennoch als geschlossene Einheit darstellt. Die Sammlung hinsichtlich Wert, Bedeutung und Einfluß zu beurteilen, möchte ich anderen überlassen, denen die verbale und journalistische Ader näher liegt. Mir hat dieser Weg durch den Dreiklang meines Lebens – weltweit bedeuten-der Musiksaitenerzeuger, ausgebildeter Operntenor und anerkannter Sammler zu sein – einen künstlerischen Schwerpunkt geschaffen, welcher mich sehr geprägt hat und wofür ich danke sagen möchte! Ich werde weiter träumen.

Peter Infeld

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