Vorwort
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| Peter Infeld ist wahrlich ein Besessener. Er sammelt was ich konkret als Glücksfall verstehe mit aller Intensität und Begeisterung Kunstwerke: vor allem Bilder und Skulpturen. Nebenher aber auch Schallplatten und Musikinstrumente und vieles, was sich nach seinem umfassenden humanistischen Verständnis zu sammeln lohnt. Peter Infeld sammelt und das ist die naturgemäße Konsequenz seiner Manie auch Menschen.Daß es sich dabei in erster Linie um Kulturschaffende, also um ausübende Künstler, handelt,liegt wohl auf der Hand. Dabei kommt ihm neben manchem glücklichen Zufall ein wohl ange-borenesKunstverständnis ebenso zugute wie seine offene und kommunikative Art, auf Menschen menschlich zuzugehen und sie für sich und seine Ideen zu vereinnahmen. Dabei ist es offen gesagt gar nicht immer einfach, Peter Infeld überallhin zu folgen, wohin ihn seine von Emotionen gelenkte Phantasie und seine gelegentlich schwermütigen Gedanken tragen. Letztlich hat er aber - wie Figura zeigt - auch weitgespannte Ideen verwirklicht und Ziele erreicht, obgleich sie ferne und unrealisierbar schienen. Meinen eigenen Zugang zu den Infelds fand ich über die Phantastischen Realisten der Wiener Schule. Als langjähriger Rechtsbeistand des Wiener Künstlerhauses kenne ich sie jedenfalls alle persönlich, wenn ich nicht sogar mit dem einen oder andern auch befreundet bin. Mit dieser Beziehung zur bildenden Kunst fiel es mir nicht schwer, den künstlerischen Aktivitäten der von mir wegen ihrer Herzlichkeit geradezu geliebten Margaretha Infeld und denen ihres Sohnes Peter zu folgen. Ein anderer Zugang zur Familie Infeld bot sich mir als anwaltlichem Berater. In dieser Eigenschaft lernte ich Mutter und Sohn als großzügig disponierende Klienten schätzen, die es im eigenen Bereich sowie als Vertragspartner anderer verstanden, jedem vermeidbaren Streit aus dem Weg zu gehen. Höhepunkt der Sammlertätigkeit und des Mäzenatentums von Peter Infeld stellt wohl die Gründung der seit einem Jahr bestehenden Stiftung dar. Sie bietet Gewähr, daß die gesammelten Kunstwerke in alle Zukunft beisammen bleiben und als geschlossene Sammlung einer kunstinteressierten Öffentlichkeit gezeigt werden können. Die Ausstellung einer signifikanten Auswahl aus dieser Sammlung in der Burgenländischen Landesgalerie ist für den Stiftungsvorstand ein Ereignis, das ihn mit Stolz erfüllt und die Kraft gibt zu künftigen Aktivitäten im Dienste eines besessenen Sammlers. Walter Schuppich |